Tatort Köln - Live Music Hall 16. Oktober 2007 19.56
Nach leicht verspäteter Ankunft und großem Nervenkitzel wegen falsch gekauftem Bahnticket erreichen wir erleichtert gestern Abend Köln Ehrenfeld um mal wieder einer Einladung eines netten Herrens aus Englang nachzukommen. Also rein mit uns, Spruch "wir stehen auf der Gästeliste" ablassen und wieder erwartungsvolles Bangen, ob es auch wirklich so ist. Aber wie üblich stehen wir auf der letzten Seite und werden schwupdiwup auch reingelassen "Zwei mal Gästeliste" :-)
Erster Schwenk nach links, rein ins Getümmel der Halle. Rechts der Merch-Stand und ein völlig überarbeiteter Joe mit lauter kleinen Emokindern um sich. Keine Zeit für uns. Also erstmal üblicher Besuch der längsten Frauenschlange der Welt. Zwischendurch Männer, die sich in der Tür irren. aber dafür Punkt 1 auf der Tagesordnung erledigt.
Punkt 2: Durchschlagen zu Joe! Wir haben Glück, die Vorband hat begonnen zu spielen, die Emokinder müssen erstmal gucken, was da geht. Merch-Stand leerte sich ein wenig und wir konnten endlich zur Begrüßungszeremonie übergehen. Große Freude und gleich die Aufforderung doch hinter den Stand zu kommen. Man bemerke 1 Merch-Man auf 20 Emokinder die sich an den Tischen drängeln. Vorerst sind wir zurückhaltend und nter Sstellen uns an die Seite, um das Spektakel T-Shirt-Kauf zu beobachten. Eine Beobachtung, die uns Joe schon beim Placebokonzert nahe gebracht hat: deutsche Menschen brauchen STUNDEN, um sich für ein T-Shirt oder ähnliches zu entscheiden. Da geht das nicht einfach "Ich will nen Girlie-Shirt in M". Neeeee, "Kann ich mal S sehen?", darauf folgt dann anhalten, kontrollieren der Schulterbreite, Fragen an Freunde wie das denn ausschaut, die Frage, ob man nochmal das andere sehen könnte und am Ende "Ich komm später nochmal wieder". Und das nicht nur bei Frauen! Nein, die Männer brauchen durchschnittlich genauso lange. Joe wurde immer genervter, wir hatten umso mehr Spaß. Eine neue Entdeckung hinterm Merch-Stand: Die FINGER-LIGHTS (kleine blinkende Weichnachtsbeleuchtung die man sich mit KLett um den Finger schnallen kann und schließlich ausschaut wie ein Mini-Weihnachtsbaum) Emokinder stehen total da drauf! Und 3 Stück dieser unnötigen Dinger kosteten 10 Euro! Aber jedem das seine.
Dank geschenkten Oropax bin ich auch nicht von Anfang an taub geworden, sondern konnte sogar noch miterleben, dass die Vorband (Lostalone) gar nicht so schlecht waren. Zwischenzeitlich wurden wir dann auch zum Geld sortieren engagiert. Also ab hinter den Stand und diese Menge an Scheinen ordnen. Ihr glaubt gar nicht, wieviel Menschen so an einem Abend ausgeben können...Der Schritt hinter den Stand war dann aber mein Schicksal. Schnurstracks hatte mich Joe überredet und eingewiesen und ich verkaufte Tshirts. Anfangs eher nicht so erfolgreich aber letzten Endes waren wir ein super Team. Aber dazu später.
Vorband fertig, Umbau beginnt, neuer Ansturm von Emokindern. Davon gabs auch einige sehr lustige Exemplare mit hochtoupierten Haaren bis an die Hallendekce (gefühltermaßen). Aber sie hatten alle Spaß. Und so soll es sein. Die eine Mutter, die am Stand saß leidete offensichtlich....Joe und ich haben fleißig verkauft, das erste kostenlose Bier wurde mir gebracht, Julia nahm uns das gute Geld ab. Die Kinder wurden immer betrunkener (Kinder waren das wirklich alle, Durchscnitt geschätzterweise 16). Dann erster Auftritt blondes Mädchen. "Schenkst du mir nen T-Shirt?" - "Ähm, nö!" - "Ach, komm!" - "Ähm, ne. Wir brauchen das Geld." - "Ich wusste doch, dass das bei Frauen nicht funktioniert. Aber wenn du jetzt lesbisch wärst dann bestimmt. Aber das bist ja auch nicht, oder?" - "Ne, tut mir Leid." Dazu lallte das Mädel schon ohne Ende und riss beinahe unseren Oropaxautomaten vom Tisch. Aber ein bissel Schwund ist ja immer. Aber sie zog ab. Die ersten Kinder in unserer Nähe rasteten während des Soundchecks schon aus ".... macht den Soundcheck selber! Aaaah!" Yeah, right. Keine Ahnung, von wem sie da sprachen. Aber wir kannten die Band, übrigens mit Namen Enter Shikari nicht. Passiert nun mal. Noch waren wir gespannt und voller Hoffnung. Und dann begann das Spektakel. Band fing an zu spielen. Joa, wie soll man das beschreiben? Wie der Titel eben sagt. Loveparade meets My Chemical Romance (Kreation übrigens von der Julia). Sprich Mischung als Technokrams und Emo/ Screamo. Es war aus meinem Munde gesprochen einfach nur lauter Krach. Zwischendurch gabs mal ein paar nettere ruhiger Sachen, aber im großen und ganzen Krach! Ne, das muss ich nicht haben. Dafür aber mehr Bier. Das gute Becks! Das kühlte von außen und innen. Nachdem wir also auch feststellen konnte, dass die Band uns nicht sooooo doll zu sagt, hatten wir dann Zeit die Leute um uns herum zu beobachten. Dabei sind natürlich auch einige Fotos entstanden und das beste eigentlich, ein Video mit tanzenden Tokio Hotel Verschnitten.

Unser Blick von unserer kleinen gemütlichen Merch-Ecke

Ein bisschen meiner Sichtweise des gestrigen Abends nachempfunden...Neee, nicht wegen des Biers, sondern wegen zuhause gebliebener Brille. Blindfisch-Tour

Der Joe und die Julia
Zwischendurch Auftritt Nr. 2 des blonden Mädchens. "Habt ihr Pins oder Buttons?" - "Ne, nur das, was an der Wand hängt." - "Wie findest du denn die Musik?" - "Joa, geht so." - "Das ist die geilste Band der Welt! Hab ich schon zweimal getroffen, voll nett sind die" - "Joa, klasse." - "Yeeaaaaaah!" Und weg ist sie wieder. Das zweite Bier ist auch leer. Es ist warm, wir sitzen auf dem Boden, amüsieren uns über die Kinder, wie sie tanzen, über Klettverschlusschuhe am Ende dicker Elefantenbeine umwickelt von durchlöcherter Strumpfhose.
Auftritt Nr. 3 blondes Mädchen. Sie kriegt wirklich nicht genug von uns. "Wie teuer sind denn die T-shirts?"- "20 Euro." - "Was???? Ganz schön teuer." - "Joa, kostet eben was, ne?" - "Weißt du, was ich von anderen Leuten total ungern höre? Und ich muss es jetzt selbst sagen. Ich bin total betrunken!" - "Das geht auch morgen wieder weg!" - "Aber ich hab nie nen Kater!" - "Das ist ja super!" Und weg ist sie wieder Jubelnd, schwankend, tanzend. Wie auch immer man das so nennen möchte. Sie hatte auf jedenfall ihren Spaß und hat die Zeit genossen. Auch wenn ich ihr kein Tshirt schenken konnte. Ich glaube sie war nachher noch zweimal da, um mir irgendwelche Sachen zu erzählen. Aber nun gut.
Das Konzert neigte sich auch so langsam dem Ende. Wir hatten dann noch das wunderbare Vergnügen einen sehr individuellen Tanzstil zweier sehr individuell gestylten Persönlichkeiten zu entdecken.
hier sollte eigentlich ein Videoausschnitt kommen, aber das Internet will heute nicht so wie ich will...Veilleicht füge ich es nochmal später hinzu
Damit endete auch das offizielle Konzert, aber nicht unser Hilfsengagement beim Merch-Team. Jetzt erst recht. Da kommen noch eine Menge verschwitzter Körper zu dir und wollen Tshirts, egal welches, egal welche Größe, hauptsache nen Tshirts. Die Vorband verkauft ihre Tshirts bereits selbst (was ich erst im ZUg erzählt bekommen habe. Krieg eben nichts mit). Ich mach ordentlich Geld. Raus mit dem Zeug. Aber sehr rasch leert es sich auch und plötzlich Halle leer und wir noch mit dem restlichen Team da. Noch zwei Bier für mich und Mini-Inventur. Ein bisschen Belohnung gabs dann auch noch für uns und wir hatten den Abend in vollem Rahmen wieder raus. Gute Laune inklusive ging es dann in Richtung Bahnhof. Natürlich auch durch den Nebeneingang. Wir sind ja jetzt wichtig und so. Der Kiosk hatte kein Mars oder Snickers Eis. Also ohne. Dafür vorbestellte Pommes beim Taxifahrer aus Dortmund. Leere Züge und keine Verspätung.
Rundum gelungener Abend trotz nicht gemochter Band.
Bester Spruch von mir an diesem Abend: "Schau mal, die Fenster da sind ja alle rot! Warum das denn? - - - oh - - - ooooh - - -" Vorbeifahrt Düsseldorf...Frauen warten im Fesnter und so. Jeder kennt es jetzt wohl.
Rock'n'roll Baby! Wir sind nur einmal jung.